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Geschichtliche Entwicklung des Standorts Waldsieversdorf
Die forstliche Züchtungsforschung in Waldsieversdorf/Märkische Schweiz wurde im ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung mit seinem ersten Direktor Prof. Erwin Baur in Müncheberg/Mark begründet. Ermutigt durch die Erfolge in der landwirtschaftlichen Züchtung begann man, Forstpflanzen züchterisch hinsichtlich Ertrag und Stabilität zu bearbeiten. Die ersten dankbaren Forschungsobjekte der 1928/29 gegründeten Abteilung für Forstpflanzenzüchtung waren raschwüchsige Baumarten z. B. Korbweiden, die damals eine wirtschaftliche Bedeutung besaßen. Daneben wurde auch intensiv Pappel- und Birkenforschung betrieben, wovon noch heute zahlreiche Anbauten im Bereich der Märkischen Schweiz zeugen. Gegen Ende des II. Weltkrieges mussten die Forschungsarbeiten eingestellt werden. Am 01.07.1946 wurde mit Unterstützung der damaligen sowjetischen Militärkommandantur die Abteilung Forstpflanzenzüchtung in Waldsieversdorf als ein Bereich der Zentralforschungsanstalt Müncheberg offiziell wieder eröffnet. Die wichtigsten Probleme in dieser Zeit bestanden in der Sicherung des umfangreichen Züchtungsmaterials, aber auch neue Aufgaben wurden in Angriff genommen. In den folgenden Jahren entstand aus dieser Einrichtung das Institut für Forstpflanzenzüchtung unter seinem ersten Leiter Dr. Otto Schröck. Für die notwendigen Aufforstungen nach dem Krieg wurden große Mengen an forstlichem Saatgut benötigt. Deshalb wurde versucht, die Samenbildung durch „Blühstimulierung“ zu fördern. Daneben begannen wichtige Forschungen zu den als "Waldsterben" bezeichneten Auswirkungen industrieller Luftverschmutzung. Selbst solche Arbeiten, die durch Entwicklungstrends wie eine industriegemäß orientierte Forstwirtschaft forciert wurden, lieferten und liefern eine Vielzahl von Ergebnissen und Pflanzenmaterial, welches uns heute zur Abschätzung von Vor- und Nachteilen der Züchtung bei Waldbäumen verhilft. Die oft an praktischen Forderungen orientierten Untersuchungen wurden immer von Themen der Grundlagenforschung begleitet, wobei hier die internationalen Erkenntnisse der Populationsgenetik und Molekulargenetik sowie der Biotechnologie insbesondere in den letzten 20 Jahren zu einem gewaltigen Erkenntnisfortschritt in der Forstpflanzenzüchtung beigetragen haben. Im Jahre 1992 wurde das Institut für Forstpflanzenzüchtung Teil der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Leiters Prof. Kohlstock bildet die Einrichtung in Waldsieversdorf zusammen mit dem Standort in Großhansdorf/ Schleswig-Holstein seit 1998 ein gemeinsames Institut für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung. |